Zwei neue Demokratie- und Toleranzprojekte gefördert

Die Bürgerinitiative Bahnemission-Elbtal e. V. erhielt eine Fördermittelzusage über 1.880 € für das Projekt „Wahrnehmung demokratischer Grundrechte – aktive Prozessbeteiligung der Bürger“. Ziel ist es, den Bürgern ihre demokratische Mitbestimmung durch die Teilnahme an einer Petition bewusst zu machen. Sie sollen motiviert werden, ihre Grundrechte wahrzunehmen und am Willensbildungsprozess teilzunehmen. Es sollen ca. 38.500 Bürger zum Thema Straßen- und Schienenlärm in der Region angesprochen werden.

Das Bündnis Buntes Radebeul e.V. erhielt für das Projekt „Gemeinsame Gestaltung eines internationalen Kochbuches mit Flüchtlingen des Radebeuler Asylbewerberheimes“ Fördermittel in Höhe von 2.500 €. Gemeinsam mit Flüchtlingen, die im Radebeuler Flüchtlingsheim wohnen, werden Rezepte aus verschiedenen Ländern (Pakistan, Afghanistan, Westsahara, Syrien, Irak, Mazedonien, Deutschland) in einem Kochbuch veröffentlicht. Daneben werden Kurzinterviews zur Esskultur, Informationen über das Land sowie Fotos von den gemeinsam gekochten Gerichten und ein Kapitel zur Situation von Flüchtlingen in Deutschland publiziert.

Wir bedanken uns bei den Vereinen für Ihr Engagement und hoffen auf weitere gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung von ideenreichen Projekten im Sinne der Förderprogramme „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“. Vereine können noch bis Mitte November Projektanträge stellen.

Kulinarisches Willkommen im Mehrgenerationenhaus

Am Freitag, 26.09. wird das barrierefreie MehrGenerationen-Café „Alte Bibo“ wieder eröffnet. Gleichzeitig begehen wir den „Tag des Flüchtlings“, der im Rahmen der interkulturellen Woche dieses Jahr auf den 26.09. fällt. Deshalb wird das „Kulinarische Willkommen“ in Kooperation der JuCo mit dem Interkulturellen Garten Coswig e.V. und den Mobilen Migrations-Beratungsstellen der Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH organisiert. Der „Tag des Flüchtlings“ wird aus Fördermitteln des Lokalen Aktionsplans unterstützt.

Beginn ist um 13:00 Uhr im MehrGenerationenHaus „Alte Bibo“ auf der Hauptstraße 17 mit einem Imbiss. Fortgesetzt wird die Veranstaltung dann im interkulturellen Garten, wo ebenfalls eine kleine Stärkung zu erwarten ist und der Nachmittag gesellig ausklingen kann.

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Drei neue Demokratie- und Toleranzprojekte gefördert

Der Kreisjugendring Meißen e.V. erhielt eine Fördermittelzusage über 5.000 € für das Projekt „Demokratiecamp Leipzig“, welches in den Herbstferien für 40 Kinder und Jugendliche angeboten wird.

Das Projekt „Demokratisches Handeln der Bürger fördern“ der Bürgerinitiative Bahnemission-Elbtal e.V. (http://bi-elbtal.de/) wird mit 500 € unterstützt. Mit diesem Projekt soll die demokratische Kultur und die Möglichkeiten von Mitbestimmung von Bürger_innen, auch durch Teilnahme an Wahlen, gestärkt werden.

Der Coswiger Karnevals Club e.V. erhielt gleichfalls eine Förderzusage über 500 € für das Vorhaben „Wir sitzen alle im selben Boot“. Ziele des Projektes ist es, die Zusammenführung der Generationen innerhalb des Vereins voranzutreiben sowie das Heranführen der jungen Menschen an kommende Aufgaben im Verein. Zukünftig können so Verantwortlichkeiten in Arbeitsbereichen oder im Vorstand zu übernommen werden.

Wir bedanken uns bei den Vereinen für Ihr Engagement und hoffen auf weitere gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung von ideenreichen Projekten im Sinne der Förderprogramme „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“. Die Vereine können für das zweite Halbjahr weitere Projektanträge stellen.

Die Koordinierungsstelle bleibt vom 18. bis 29. August geschlossen.

Neues Bundesprogramm: „DEMOKRATIE LEBEN!“

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig stärkt Zivilgesellschaft und schafft Kontinuität im Kampf gegen Rechtsextremismus

Mit dem neuen Bundesprogramm „Demokratie leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das Bundesfamilienministerium das zivile Engagement für Demokratie und Vielfalt.

Mit dem Programm, das 2015 startet, werden Initiativen und Vereine langfristiger und nachhaltiger unterstützt als bisher.

„Wir müssen den Menschen, die sich in ihrem Dorf oder ihrer Stadt gegen Rechtsradikale engagieren und wehren, den Rücken stärken“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Die Menschen vor Ort müssen unterstützt werden, wenn sie sich für eine vielfältige Gesellschaft einsetzen. Sie brauchen verlässliche Strukturen und Planungssicherheit. Vertrauen und Dialog ist die Basis der Zusammenarbeit.“

Mit dem neuen Bundesprogramm investiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mehr Geld in die Extremismusprävention als jemals zuvor. Schwerpunkt wird dabei der Kampf gegen Rechtsextremismus sein. Doch sollen auch Projekte gefördert werden, die sich gegen jegliche Formen von vorurteilsbasierter, politischer und weltanschaulich motivierter Gewalt wenden: Radikale demokratie- und rechtsstaatsfeindliche Formen des Islam, des Ultranationalismus und der linken Militanz zum Beispiel.

Das neue Bundesprogramm „Demokratie leben“ basiert auf drei Säulen:

  1. Aufbau von festen Strukturen vor Ort
    Durch die Förderung von lokalen „Partnerschaften für Demokratie“ sollen die Menschen in den Kommunen besser unterstützt werden, die sich gegen Demokratiefeindlichkeit engagieren. Entsprechend der Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses wird darüber hinaus durch sogenannte Demokratiezentren die Arbeit der mobilen Beratung und der Opferberatung gestärkt sowie die Vernetzung auf Landesebene ausgebaut.
    Bundesweite Träger werden erstmals längerfristig gefördert.
  2. Modellprojekte für neue gesellschaftliche Herausforderungen
    Diese festen Strukturen werden durch Modellprojekte, die flexibel vor Ort auf die jeweiligen Begebenheiten und neuen gesellschaftlichen Herausforderungen (z. B. Islamfeindlichkeit, Antiziganismus, Homophobie, Radikalisierungstendenzen im Bereich linker Militanz oder Islamismus) eingehen können, flankiert.
  3. Steuerung und Umsetzung
    Die administrative Umsetzung wird weiterhin durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erfolgen. Die wissenschaftliche Programmevaluation übernimmt erneut das Deutsche Jugendinstitut (DJI). Zudem wird ein Programmbeirat eingerichtet, in dem neben den Bundesressorts auch die Bundeszentrale für politische Bildung, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Zivilgesellschaft mitarbeiten werden.

Für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ stehen jährlich 30,5 Millionen Euro zur Verfügung. Alle Strukturförderungen, Projekte und Maßnahmen sind mit einer Laufzeit von 5 Jahren geplant.

„Ich möchte die Projekteritis beenden und mit unseren Programmpartnern eine Partnerschaft des Vertrauens auf Augenhöhe aufbauen. Die Organisationen, Vereine und Träger brauchen Vertrauen und Planungssicherheit“, betonte Ministerin Manuela Schwesig. „Das ist mit dem neuen Bundesprogramm ‚Demokratie leben‘ gewährleistet.“

Quelle: Pressemitteilungen BMFSFJ, http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/pressemitteilungen,did=208174.html)